Der Übergang zu Operaton: Ein Leitfaden für Camunda-7-Nutzer

Das Wartungsende der Camunda 7 Community Edition rückt näher, und viele Verantwortliche planen nun ihre nächsten Schritte. Auch wenn dieser Umbruch zunächst eine Herausforderung darstellt, bietet er eine große Chance: Den Wechsel auf eine Plattform, die nicht nur auf dem Fundament basiert, dem Sie vertrauen, sondern die auch aktiv für die Zukunft weiterentwickelt wird. Diese Plattform ist Operaton.

Bei uubato sind wir der engagierte Service- und Support-Partner für das Open-Source-Projekt Operaton. In unseren Gesprächen mit Nutzern geht es meist um drei Themen: den Migrationsaufwand, die Zukunftssicherheit der Prozesse und die Verfügbarkeit von Enterprise-Support.

Die gute Nachricht: Die Migration von Camunda 7 zu Operaton ist bemerkenswert einfach. In diesem Leitfaden führen wir Sie durch die technischen Schritte, erklären die wichtigsten Aspekte und zeigen, wie uubato den gewohnten Enterprise-Support sicherstellt.

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Das „Warum“ vor dem „Wie“: Warum ist die Migration so einfach?

Bevor wir in die Details gehen, ist es wichtig zu verstehen, warum dieser Übergang eher einem Update als einem Rewrite gleicht. Operaton ist ein direkter Fork der Camunda 7 Engine. Das bedeutet:

  • Gleiche Architektur-DNA: BPMN-, CMMN- und DMN-Standards bleiben identisch.

  • API-Stabilität: Das Operaton-Team hat sich zur Stabilität der Java-API verpflichtet. Ihre bestehende Geschäftslogik und Ihr benutzerdefinierter Code bleiben gültig.

  • Kein Rewrite: Sie programmieren nicht neu; Sie stellen Ihre Anwendung lediglich auf eine neue, aktiv gepflegte Open-Source-Quelle um.


Vor-Migration: Checkliste für einen reibungslosen Übergang

Eine erfolgreiche Migration beginnt mit der Vorbereitung. Wir empfehlen zwei wesentliche Schritte:

  1. Umgebungs-Check: Operaton modernisiert die Codebasis. Stellen Sie sicher, dass Sie bereits eine aktuelle Version von Camunda 7 (7.21 oder höher) einsetzen und eine kompatible Java-Version nutzen (JDK 17 oder höher wird dringend empfohlen).

  2. Teststrategie: Ein robustes Sicherheitsnetz aus automatisierten Tests (Integrations- und End-to-End-Tests) ist essenziell. Wenn Ihre Tests unter Camunda 7 grün sind, sollten sie das nach dem Wechsel auch unter Operaton sein. Dies ist Ihr ultimativer Qualitätsnachweis.


Der technische Leitfaden: Schritt für Schritt

Hier zeigen wir die notwendigen Änderungen für ein typisches Maven-basiertes Spring Boot-Projekt (analog für Gradle).

Schritt 1: Abhängigkeiten aktualisieren

Die Hauptaufgabe besteht darin, die Group-ID und die Artifact-ID in Ihrer pom.xml anzupassen. Die Group-ID ändert sich von org.camunda.bpm zu org.operaton.bpm.

Vorher (Camunda 7):

XML
 
<dependency>
    <groupId>org.camunda.bpm.springbootgroupId>
    <artifactId>camunda-bpm-spring-boot-starter-webappartifactId>
    <version>7.21.0version>
dependency>

Nachher (Operaton):

XML
 
<dependency>
    <groupId>org.operaton.bpm.springbootgroupId>
    <artifactId>operaton-bpm-spring-boot-starter-webappartifactId>
    <version>1.0.0-beta4version>
dependency>

Hinweis: Die Artefakt-Namen wurden vereinheitlicht, indem „camunda-bpm“ durch „operaton-bpm“ ersetzt wurde.

Schritt 2: Konfiguration anpassen

Die meisten Ihrer bestehenden Konfigurationen in der application.yaml oder application.properties funktionieren weiterhin ohne Änderungen, da Operaton auf maximale Kompatibilität zielt.

Schritt 3: Datenbankmigration

Ein kritischer Punkt bei vielen Migrationen – aber nicht hier. Operaton nutzt dasselbe Datenbankschema wie Camunda 7. Beim ersten Start erkennt die Engine das Schema automatisch und führt lediglich minimale Updates durch. Komplexe Migrationsskripte sind nicht erforderlich. (Ein Backup vor dem ersten Start gehört dennoch zum Best Practice).

Schritt 4: Validierung

Nach dem Build ist der „Moment der Wahrheit“ gekommen: Führen Sie Ihre Test-Suite aus. Wenn die Tests ohne Code-Anpassungen bestehen, ist die Kernlogik intakt. Ein kurzer manueller Check in den Web-Apps (Operaton Cockpit und Tasklist) schließt die Migration ab.


Über den Code hinaus: Die Enterprise-Lücke schließen

Wir wissen, dass die Enterprise-Edition von Camunda 7 für viele Unternehmen Sicherheit bedeutete – durch Support und exklusive Funktionen. uubato schließt diese Lücke nahtlos:

  • Expert Support: Als Mitwirkende am Operaton-Projekt bieten wir kommerzielle Support-Verträge mit garantierten Reaktionszeiten und kritischen Bugfixes.

  • Enterprise-Features: Für Funktionen, die bisher exklusiv in der Camunda Enterprise-Lizenz enthalten waren (z. B. erweiterte Cockpit-Plugins), bietet uubato aktiv gepflegte Alternativen an.

Der Wechsel zu Operaton ist kein Downgrade, sondern ein Modellwechsel: Weg von der starren „One-size-fits-all“-Lizenz, hin zu maßgeschneiderten Lösungen und Experten-Support direkt von den Spezialisten.

Ihre Zukunft ist sicher

Die Migration zu Operaton ist ein risikoarmer Schritt, um Ihre Prozessplattform zukunftssicher zu machen. Der technische Aufwand ist minimal, der Nutzen durch eine modernisierte Codebasis maximal.

Sind Sie bereit für den Wechsel? Kontaktieren Sie uubato noch heute für eine technische Beratung oder um unsere Support-Pakete für Ihren reibungslosen Übergang zu besprechen.